Archiv des Autors: Udo Wenzl

Der 8er-Rat als Konzept einer gelungenen Jugendbeteiligung – grundlegende Erfahrungen aus der Praxis

von Hannah Bechtle und Denis Schuster

Kinder und Jugendliche wollen sich einbringen und beteiligen. Die „Fridays-for-Future“- Bewegung oder die Proteste gegen die Urheberrechtsreform haben uns dies eindrücklich demonstriert. In der tatsächlichen Praxis zeigt sich jedoch vielerorts ein anderes Bild: Die Meinungen und Wünsche von Jugendlichen werden selten in konkrete politische Entscheidungsprozesse einbezogen. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben: Gänzlich fehlende Angebote auf kommunaler Ebene bzw. ein für die Jugendlichen inadäquates Beteiligungsformat oder auch mangelndes Wissen der Jugendlichen (und ihrer Eltern) über vorhandene Angebote und geplante Veranstaltungen aufgrund schlechter Informationsverbreitung. Auf der persönlichen Ebene können auch ein mangelndes Selbstvertrauen sowie fehlende Motivation ein Grund sein, wieso Jugendliche sich nicht einbringen können oder wollen. Diejenigen, die sich zutrauen und Lust haben sich einzubringen, gehören überwiegend zum bildungsnahen Milieu und sind sozial bessergestellt (vgl. BW Stiftung 2015: 29). Das Herkunftsmilieu hat folglich einen starken Einfluss darauf, ob Jugendliche Beteiligungschancen wahrnehmen (können) oder nicht. Dies kann in der Praxis in klassischen Jugendbeteiligungsformaten wie dem Jugendgemeinderat häufig beobachtet werden, in dem sich überproportional viele Jugendliche aus den höheren Schulformen engagieren. Hierdurch entsteht eine Verzerrung zwischen den geäußerten und den tatsächlichen Anliegen der Jugendlichen.  Aufgrund der schnelllebigen und sich ständig verändernden Lebenswelten der Jugendlichen ist eine Verstetigung und Kontinuität von Formaten wie dem Jugendgemeinderat eine große Herausforderung. Vielfacher Personalwechsel sowie Verantwortung und Motivation, die von einzelnen Personen abhängen, führen oftmals zu ständig wechselnden Gremien oder gar zur Auflösung von Jugendgemeinderäten. Insgesamt ist „der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die von Beteiligungsformaten tatsächlich erreicht werden, gering“ (BMFSFJ 2015: 31).

Der 8er-Rat als schulübergreifendes Beteiligungsformat

Durch die Einführung des §41a GemO BW beschäftigen sich immer mehr Kommunen damit, wie sie Kinder und Jugendliche adäquat und nicht konkret-projektbezogen an Entscheidungen innerhalb der Gemeinde beteiligen können. Ein neuartiges Modell zur partizipativen Einbeziehung von Jugendlichen aller Bildungsschichten ist der innerhalb des Unterrichts verankerte 8er-Rat. Der 8er-Rat ist ein kommunalpolitisches Jugendbeteiligungsmodell, bei dem, je nach Größe der Kommune bzw. Anzahl der vorhandenen Schulen, die Schülerinnen und Schüler einiger oder aller achten Klassen schulartübergreifend zusammen an selbsterwählen Themen, die ihre Kommune betreffen, arbeiten können.

Durch seinen schulübergreifenden Ansatz ermöglicht der 8er-Rat den Einbezug aller Jugendlichen einer Kommune, unabhängig ihrer Schulform oder ihres Bildungshintergrundes. Gerade Jugendliche, die aufgrund ihres sozialen Hintergrundes bis dato wenige Berührungspunkte mit gemeindepolitischen Themen hatten, werden durch den 8er-Rat befähigt, ihre Beteiligungschancen wahrzunehmen. Der 8er-Rat ermöglicht zudem auf eine besondere Weise die Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit Behinderung. Für Jugendliche mit Handycap ist der 8er-Rat oftmals die erste und einzige Möglichkeit, ihre Gedanken und Wünsche im politischen Geschehen einzubringen. Der 8er-Rat schafft zudem einen Raum, in dem sich Jugendliche unterschiedlicher Schulformen, verschiedener Ortsteile, mit und ohne Handycap oder Fluchthintergrund begegnen. Die Begegnung ermöglicht den Jugendlichen, sich untereinander zu vernetzen und eine Sensibilität für unterschiedliche Lebenswelten zu entwickeln. Sich in der Gruppe zu engagieren und von den Erwachsenen der Politik gehört zu werden, verschafft den Jugendlichen Selbstvertrauen und Motivation, sich über den 8er-Rat hinaus politisch zu engagieren.

Der 8er-Rat in der Praxis – Perspektive der teilnehmenden Jugendlichen

Denis Schuster, ehemaliger Masterstudent an der Universität Stuttgart, hat in seiner Masterarbeit die Perspektive gewechselt und untersucht, wie der 8er-Rat von den teilnehmenden Jugendlichen angenommen und bewertet wird. Für seine Arbeit hat er 720 Schülerinnen und Schüler befragt. Davon haben 330 in sieben verschiedenen Kommunen am 8er-Rat teilgenommen; die anderen 390 nicht, weshalb diese die Kontrollgruppe für weiterführende Analysen bildeten.

Für die am 8er-Rat teilnehmenden Schülerinnen und Schüler zeigen die Ergebnisse, dass die Jugendlichen den 8er-Rat überwiegend positiv angenommen und bewertet haben: 60 % der Befragten gaben an, „eine gute oder sehr gute Empfindung gegenüber dem Modell“ zu haben, knapp 50 % gaben an, nochmal bei einem 8er-Rat mitzumachen, würde man die Zeit zurückdrehen. 55 % der Jugendlichen sagten, dass sie Spaß oder sogar viel Spaß während der Durchführung des 8er-Rates hatten. In der Gesamtbewertung beurteilten 58 % der Befragten das Modell und seine Umsetzung positiv, nur 12 % bewerteten den 8er-Rat als eher schlecht oder sehr schlecht. Eine absolute Mehrheit der Jugendlichen gab an, durch die Arbeit im 8er-Rat wertvolle Erfahrungen gesammelt zu haben (76,9 %) und sich bedeutende Fähigkeiten angeeignet oder ausgebaut zu haben (64,6 %).

Neben der Bewertung des Konzeptes aus Sicht der Jugendlichen hat Denis Schuster auch untersucht, inwieweit die Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Schulformen erreicht und aktiviert werden konnten. Wichtigstes Forschungsergebnis war diesbezüglich die Bestätigung, „dass es dem 8er-Rat gelingt, alle Jugendlichen gleichermaßen einzubeziehen“. Die Aussage, dass man durch den 8er-Rat inspiriert wurde, sich auch weiterhin in der Politik zu engagieren, wurde zwar überproportional von Jugendlichen mit hohem Bildungsniveau befürwortet, jedoch besteht auch bei den anderen Bildungsniveaus eine deutliche Tendenz hin zu einer positiven Antwort. Die Überlegung, ob Jugendliche sich auch nach dem 8er-Rat politisch engagieren, ist laut Denis Schuster zudem maßgeblich davon beeinflusst, wie gut das Modell den Schülerinnen und Schülern gefallen hat: „Je besser der 8er-Rat bei ihnen abgeschnitten hat, desto größer ist die Bereitschaft für ein Engagement.“

Fazit

Wichtigstes Fazit der Forschungsarbeit ist es, dass der 8er-Rat den Aspekt der aktiven Beteiligung von bildungsschwächeren Jugendlichen ermöglicht, indem es ihm gelingt, auch diese zu integrieren und zu aktivieren. So können Beteiligungschancen gerechter verteilt und Schülerinnen und Schüler ermächtigt werden, ihre Chancen (besser) zu nutzen. Auch wird als wichtiges Ergebnis betont, dass die Teilnehmenden durch die schulübergreifende Begegnung wertvolle Erfahrungen gesammelt und eine wichtige charakterliche Weiterentwicklung vollzogen haben. Dieser relevante Aspekt des 8er-Rates wird auch von Eric Flügge und Udo Wenzl betont, die das Konzept des 8er-Rats entwickelt haben. Sie argumentieren: „der 8er-Rat [ist] mehr als nur eine Jugendbeteiligung – das Modell ist auch eine Jugendbegegnung zwischen sonst so stark getrennten Lebenswelten“ (Flügge / Wenzl 2018: 14). So verstehen die Autoren den 8er-Rat gleichermaßen als eine Methode der Jugendbeteiligung und der politischen Bildung. Auch Denis Schuster kommt in seiner Forschungsarbeit zu dem Ergebnis, dass der 8er-Rat es vermag, demokratische Werte und Kompetenzen zu lehren und erfahrbar zu machen. Jugendliche werden gefördert, sich als Demokratinnen und Demokraten wahrzunehmen und die Selbstwirksamkeit demokratischen Handelns zu erfahren. Hierbei ist es ein entscheidender Faktor, dass die Jugendlichen von den politisch Verantwortlichen ernst genommen und ihnen eine echte Mitbestimmung eingestanden wird. Um eine nachhaltige Beteiligung der Jugendlichen über den 8er-Rat hinaus zu ermöglichen, müssen zudem ergänzende Beteiligungsformate wie bspw. Jugendgemeinderäte etabliert werden.

Für eine ausführliche Beschreibung der 8er-Rat Methode sowie Hinweise für die Umsetzung in der Praxis empfehlen wir Ihnen das Buch:

„Der 8er-Rat. Ein barrierefreies Beteiligungsmodell für Jugendliche“ von Eric Flügge und Udo Wenzl; Springer-Verlag Taschenbuch, 2018.

Der Titel der Forschungsarbeit von Denis Schuster, die zur Erlangung des Hochschulgrades Master of Science (M.Sc.) im Fach „Planung und Partizipation“ an der Universität Stuttgart eingereicht wurde, lautet:

Der 8er-Rat – ein kommunalpolitisches Modell zur Stärkung der Jugendbeteiligung?

Eine Analyse hinsichtlich der (nachhaltigen) Mobilisierung zur aktiven Beteiligung von Jugendlichen in Anbetracht differenzierender Bildungsniveaus

und ist bei der Landeszentrale für politische Bildung BW zu finden unter:

Quellenangaben:

BMFSFJ 2015: Qualitätsstandards für Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Allgemeine Qualitätsstandards und Empfehlungen für die Praxisfelder Kindertageseinrichtungen, Schule, Kommune, Kinder- und Jugendarbeit und Erzieherische Hilfen. 3. Auflage. Berlin: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

BW Stiftung 2015: Jugendbeteiligung in der Kommune. In Zukunft mit uns!. Stuttgart: Baden-Württemberg Stiftung gGmbH.

Forum für Erstwähler*innen im Landkreis Emmendingen

Am Sonntag, 14. März findet die Landtagswahl in Baden-Württemberg statt. Wie auch schon in den vergangenen Jahren werden die Verbände der Kinder- und Jugendarbeit im Landkreis Emmendingen, zusammen mit einem breiten Bündnis aus SMVen, Jugendorganisationen, Kreisjugendarbeit und Landeszentrale für politische Bildung, jungen Menschen und Erstwähler*innen die Möglichkeit geben, sich ein Bild über die Kandidat*innen aus unserem Landkreis zu machen.

„DU HAST DIE WAHL“ Digitales Politikforum für rund 5.000 Erstwählende im Landkreis Emmendingen

Am 24.02.2021 sollen innerhalb von drei Zeitslots insgesamt ca. 5.000 Jugendliche aus dem Landkreis die Möglichkeit erhalten ihre Landtagskandidat*innen digital kennenzulernen. Vormittags findet die Veranstaltung in den weiterführenden Schulen im Landkreis statt, mittags bekommen dann junge Auszubildende und junge Berufstätige die Chance und ab 18 Uhr sind die Jugendverbände an der Reihe. Ziel der Online Veranstaltung ist es, dass Erstwähler*innen sowohl einen Eindruck der Kandidierenden bekommen, als auch Informationen über den Ablauf der Wahl.

Bereits seit Anfang des Jahres organisiert ein Team gemeinsam mit 30 jungen Menschen aus dem ganzen Landkreis dieses Format, die meisten davon ebenfalls Erstwähler*innen. Auch zahlreiche Vertreter*innen der SMV’en aus dem ganzen Landkreis arbeiten mit, um die Veranstaltung in alle weiterführenden Schulen im Landkreis bringen zu können. Anmelden können sich alle Erstwähler*innen, die im Landkreis Emmendingen leben und sich für die Veranstaltung interessieren.

Die Anmeldung und die Infos sind nun auf www.kja-suedwest.de/du-hast-die-wahl

Freitag, 19. Februar 2021 von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Analog, digital oder gar nicht? HomeSchooling und Homeoffice parallel und dazu ein lahmes Internet? Wie kann ich mein eigenes Neuland und meine persönliche Bandbreite entdecken? Was leistet Schule aktuell und wie will ich eigentlich lernen, wie sehen Bildungsorte aus für das Morgen, das jetzt noch keiner kennt? Große Zeiten für junge visionäre Menschen! Sei mit dabei und melde Dich jetzt an:

https://www.ev-akademie-boll.de/tagung/331221.html

Die vergessene Generation

von Pavlos Wacker*

Wie wir die Zukunftschancen einer ganzen Generation verspielen

Wussten Sie/Du, dass die Generation der unter 25-Jährigen laut Studien am stärksten von den Corona-Maßnahmen betroffen ist? Nein? Das ist nicht weiter verwunderlich. Woher denn auch? Neun Milliarden für die Lufthansa, aber kein Geld für Luftfilter an Schulen? Wirtschaftshilfen im dreistelligen Milliardenbereich, aber keinerlei Unterstützung für Studierende? Expertenkommissionen für die Pflege, aber alleingelassene Kitas? Wir verlieren und vergessen gerade eine komplette Generation.

Die meisten und tiefgreifendsten Lebensentscheidungen werden vor dem 25. Lebensjahr getroffen. Auf welche Schule gehe ich? Welchen Abschluss mache ich? Will ich studieren? Wo geht es nachher beruflich für mich hin? Möchte ich in meiner Heimat bleiben, oder zieht es mich in eine andere Stadt? Es ist jedoch nicht nur die Zeit zahlreicher Entscheidungen, es ist auch die Zeit zahlreicher Erfahrungen: der erste Kuss, die ersten Dummheiten, das erste Mal Verantwortung übernehmen, die erste Auslandsreise, die ersten Partys, ernsthafte Freundschaften. Doch Corona setzt eine ganze Generation in den Stand-By-Modus.

Das private und gesellschaftliche Leben ist auf ein Minimum heruntergefahren (worden). Doch für junge Menschen geht in dieser Zeit nicht nur der soziale Bereich weitgehend verloren. Auch andere Lebensbereiche sind massiv von den Corona-Einschränkungen betroffen: Schulen sind geschlossen, Ausbildungsbetriebe fahren ihre Kapazitäten runter, Studierende sind im Online-Semester. Eine ganze Generation befindet sich seit nunmehr fast einem Jahr überwiegend in gesellschaftlicher Isolation. Die Zukunft ungewiss. Der Ausbildungsplatz unsicher, das Studium wertlos, Schulabschlüsse vielleicht doch nicht dieses Jahr?

Verstehen Sie/Du mich nicht falsch: Es ist richtig, wichtig und notwendig, dass wir das Infektionsgeschehens in den Griff bekommen. Dafür nehmen wir alle erhebliche Grundrechtseingriffe in Kauf – und das ist gut so. Denn dieses Virus und die damit verbundene Krankheit sind verdammt gefährlich. Es ist tödlich. Doch es ist schon bemerkenswert, wie wir insbesondere die U25-Generation enorm belasten und sie dennoch fast vollständig aus dem politischen Bewusstsein verschwunden ist.

Schulen sind kein Ikea-Småland

Insbesondere beim Thema Schulschließung wird deutlich, wie wenig Sensibilität wir für das Thema Bildung aufbringen. Die umstrittenen Diskussionen über potentielle Schulschließungen wurden vor allem vor dem Hintergrund geführt, dass wir ja dann ein potentielles Betreuungsproblem bekämen. Als seien Schulen ein besseres Ikea-Småland, wo man Kinder morgens hinbringt, um sie nach den Erledigungen wieder abzuholen. Was ein vollkommen absurdes Bild wird hier – vor allem von den Kultusministerien – gezeichnet? Schule ist mehr als Betreuung! Es geht hier um das Grund-, Kinder- und Menschenrecht auf gute Bildung. Völlig untergegangen sind in den öffentlichen Debatten jedoch die enormen Auswirkungen von Schulschließungen auf die Bildungsbiographie von Kindern. Es sagt sehr viel über den Stellenwert von Bildung aus, dass in den Expertengremien der Bundesregierung kein*e einzige*r Bildungswissenschaftler*in oder Pädagog*in vertreten ist und war. Leider sind die Versäumnisse auch auf Kitas übertragbar.

Dabei hätte es Lösungen gegeben: Wechselunterricht, erweiterte Gebäude anmieten, das Installieren von Luftfiltern, das Ausstatten der Schulen mit Schutzausrüstung. Doch das kostet natürlich Geld. Und leider sind kleine Kinder keine Lufthansa-Maschinen. Denn dann hätten auch die Schulen und Kitas vielleicht neun Milliarden Euro an staatlichen Steuergeldern geschenkt bekommen. Und bevor jetzt wieder die Arbeitsplatzkeule kommt: Natürlich muss – vor allem kleinen – Unternehmen und Selbstständigen wirtschaftlich geholfen werden, diese Krise zu meistern, doch darf sehr wohl die Frage gestellt werden, warum wir Milliarden in Industrie und Wirtschaft pumpen, gleichzeitig aber kein Geld für Luftfilter und Schutzausrüstung an Schulen übrig hatten. Am Ende ist Geld eben immer auch eine Frage politischer Prioritäten. Und zumindest beim Thema Kita und Schule ist klar, wo diese Prioritäten lagen und liegen.

Einbahnstraße Zukunft

Ähnlich verhält es sich beim Thema Ausbildung und Studium. Es stand für die meisten politischen Entscheidungsträger*innen überhaupt nicht in Frage, dass die Universitäten und Hochschulen einfach geschlossen werden. Seit fast einem Jahr „lernen“ die meisten Studierenden nur noch digital. Kein Austausch mit anderen Kommiliton*innen, kein soziales Lernen in der Gruppe, kein gemeinsamer Mensa-Besuch. Zahlreiche Studienanfänger wissen noch nicht einmal, wie ihre Professor*innen und Lehrende aussehen. Man darf sich ruhig mal in die Lage eines Studierenden hineinversetzen, der oder die seit einem Jahr in einem kleinen Wohnheimzimmer auf ihren Bildschirm starrt. Denn nach Hauser darf man nicht so ohne weiteres. Die aktuellen Kontaktbeschränkungen zahlreicher Länder erlauben nur den Besuch einer einzigen Person. Geschwisterkind? Keine Chance. Resultat? Isolation. Ganz zu schweigen von den enormen finanziellen Einbußen zahlreicher Studierender, die wegen Corona ihren Nebenjob verloren haben.

Die Situation zahlreicher Azubis sieht nicht viel besser aus. Zwar bilden die meisten Betriebe weiter aus, doch haben zahlreiche Unternehmen ihre Kapazitäten runtergefahren. Ausbildungsangebote wurden zurückgezogen, Übernahmegarantien ebenfalls. Auch für Azubis gab es kaum nennenswerte Förderungen. Während das Bundesbildungsministerium noch die Frechheit besaß, Studierenden einen Kredit anzubieten, gingen viele Azubis völlig leer aus. Die Förderungen richteten sich – welch Wunder – wieder nur an Unternehmen.

Das Wort des Jahres: Solidarität

Diese Punkte sollen jedoch nicht als Argument missbraucht werden, um die Corona- Maßnahmen wieder aufzuheben. Im Gegenteil. Es geht hier lediglich darum einen aktuellen Einblick in die Lebenswirklichkeit junger Menschen zu geben. Und natürlich gibt es zahlreiche Personengruppen, denen es deutlich schlechter geht: Alleinerziehende, Obdachlose, Arbeitslose… Aber es geht einer Person, der es schlecht geht, nicht automatisch deswegen besser, weil es einer anderen Person noch schlechter geht.

Es gibt noch einen weiteren Punkt, der sehr eindrücklich zeigt, wie wir die Generation der U25 gerne die Verantwortung nehmen, während wir sie gleichzeitig politisch marginalisieren. Als sich im letzten Jahr die Situation in der Pandemie verschärfte, waren sich Politikerinnen und Politiker landauf, landab einig, an die „junge Generation“ appellieren zu müssen, sich bitte an die Maßnahmen zu halten. Besonders jungen Menschen wurde vorgeworfen, das Virus auf die leichte Schulter zu nehmen und die Beschränkungen auszureizen. Sogar die Kanzlerin richtete sich an diese „Jugend“. Dabei gab es zu diesem Zeitpunkt keinen einzigen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass das Infektionsgeschehen primär von jungen Menschen ausgeht.

Es war eine Annahme, mehr nicht. Als dann eine wissenschaftliche Erhebung im Oktober ergab, dass sich über 82 % der Jugendlichen an alle Corona-Maßnahmen hielten und über 89 % den Schutz ihrer Mitmenschen für wichtig erachten, verstummten die politischen Appelle plötzlich. Ohne Entschuldigung versteht sich. Symbolpolitik kann anstrengend sein.

Dabei ist ein Fakt offenkundig. Was hier gerade eine ganze Generation leistet, ist gelebte Solidarität. Denn junge Menschen müssen in der Regel keinen tödlichen Corona-Verlauf fürchten. Zumindest statistisch betrachtet. Sie halten sich jedoch trotzdem an die Maßnahmen. Sie befolgen alle Regeln und werden dafür sogar noch übermäßig stark belastet. Und das alles, um ältere Mitmenschen zu schützen. Solidarität in Reinform. Wir reden gerne und viel über den Solidaritätsbegriff, aber anscheinend nur, wenn es uns opportun erscheint.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass in der aktuellen Pandemie die Zukunftschancen und Bildungsbiografien einer ganzen Generation leichtfertig und politisch verantwortungslos verspielt werden. Das wird sich auf lange Sicht rächen. Vielleicht nicht Heute. Vielleicht nicht Morgen. Und wahrscheinlich auch nicht an der Wahlurne. Doch die politischen Entscheidungsträger wären gut beraten, diese vergessene Generation wieder ins politische Bewusstsein zu holen. Sonst werden wir sie verlieren.

*Pavlos Wacker hat Politik-, Bildungswissenschaften und Bildungsmanagement an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg studiert. Er ist systemischer Moderator und war von 2019 bis 2020 Landesvorsitzender der Jusos Baden- Württemberg. Den Einstieg in die politische Bildungsarbeit fand Pavlos Wacker in der kommunalen Kinder-, Jugend- und Bürgerbeteiligung. Seither beschäftigt er sich kritisch mit den Themen Generationengerechtigkeit, Bildung und Jugend und ist Autor zahlreicher Beiträge zu diesen Themen. Er ist zudem Mitbegründer und Initiator des landesweiten Aktionsbündnisses #altgenug zur Absetzung des Wahlalters. 

So war der Think Tank zur Jugendbeteiligung auf Landkreis- ebene. Ein Beitrag von Luca Berger und Tabea Kuhlmann

Tabea Kuhlmann (17) und Luca Weber (16) im Gespräch mit Udo Wenzl

„Hätten wir diesen Tag nicht erlebt, hätten wir etwas verpasst“

Eine Gruppe von Kreisjugendreferent*innen und engagierten Jugendlichen aus 5 Landkreisen beschäftigten sich einen Tag lang intensiv mit der Frage, wie Dialog und Beteiligung auf der Landkreisebene insbesondere mit der Kreispolitik konkret aussehen könnte. Motiviert wurden wir u.a. durch positive Erfahrungen mit kreisweiten Veranstaltungen im Vorfeld der Kommunal-wahl 2019 und dem Jugendlandtag Baden-Württemberg. Darüber hinaus wurde der Frage nachgegangen, wie politische Bildung im ländlichen Raum konkret aussehen sollte. Nico Berger und Tabea Kuhlmann, beide aktiv im Jugendparlament der Stadt Friedrichshafen waren mit dabei und haben den Tag wie folgt erlebt:

Kulturhaus Caserne Friedrichshafen 9:45: Es weht ein kühler Wind über den Platz, eine Tür öffnet sich und ein Mann tritt heraus. Der Mann stellt sich vor, es ist Paul. Paul ist Kreisjugend-referent. Er bittet uns herein. Wir treten in einen Raum, den wir vom Improtheater kennen und BOOM…. es haut uns beinahe um.

Alles ist anders, als wir es uns vorgestellt haben. Wir kommen in einen Raum mit einer Tischrunde. Dies sagte schon viel über den Verlauf des Think Tanks aus, da alle gleichberechtigt waren. Wir erwarteten Erwachsene, die uns anzugtragend auf Beamtendeutsch Vorträge hielten. Die anderen Teilnehmer wären bestimmt irgendwelche politisch hochengagierten Jugendlichen, die auf dem gleichen Level mit den Erwachsenen mithalten könnten. Wir würden wie die letzten Deppen dastehen, weil wir alle zwei Minuten fragen müssten, was dies und was jenes bedeuten würde. Doch es war anders, als wir gedacht hatten. Die anderen Teilnehmer, sowohl die Jugendlichen als auch die Erwachsenen waren nette Leute, die so waren wie wir auch. Das Treffen war nicht ansatzweise so versteift, wie wir vorerst dachten.

Es standen Butterbrezeln und Getränke bereit und man fühlte sich gleich wie in seinem Wohnzimmer mit Freunden. Die Produktivität litt keineswegs unter dieser Stimmung. Sie war sogar eher förderlich, da alle Vorurteile abgelegt wurden und sich viel offenere Gespräche ergaben.

„Schuld daran ist nicht nur mangelndes Interesse der Jugend an Politik, sondern auch fehlende, die Jugend ansprechende Informationsquellen“

Vielen Leuten erging das aber genauso und Schuld daran ist nicht nur mangelndes Interesse der Jugend an Politik, sondern auch fehlende, die Jugend ansprechende Informationsquellen. Dies sind die beiden großen Probleme, über die wir diskutierten.

Ersteres trägt das Problem mit sich, dass nur Interesse in Politik aufkommt, wenn man selbst durch diese betroffen ist. Man kann an der EU Urheberrechtsdebatte um Artikel 13 deutlich erkennen, dass die Jugend durchaus ihr Haus verlassen kann, und sich politisch engagiert. Viele Jugendliche bekommen aber gar nicht mit, was in der Politik so abgeht und machen daher gar nichts.

„Zuerst einmal müssen wir Betroffenheit schaffen“

Blöd, was machen wir jetzt? Zuerst einmal müssen wir Betroffenheit schaffen, und wenn ich schaffen sage, meine ich nicht erstellen, denn sie ist schon da, ich meine auf die Betroffenheit aufmerksam machen. Die Jugend weiß nicht, dass sie in der Kommunalpolitik Dinge bewirken kann. In den Nachrichten hört man neue Gesetzesentwürfe der Bundesregierung und des EU-Parlaments, aber die Kommunalpolitik geht unter, obwohl dies das Rädchen ist, an dem die Bürger am meisten bewirken können. Die Jugend muss das erkennen und wird daraufhin auch von selbst aktiv werden.

„Alles was bis jetzt versucht wurde, hat offensichtlich nicht funktioniert“

Die große Frage ist nun: Wie erreicht man die Jugend am besten? Denn alles was bis jetzt versucht wurde, hat offensichtlich nicht funktioniert. Auf Anhieb fallen einem zwei Methoden ein: Soziale Medien und Schule. Da eine große Marketingkampagne auf Facebook teuer und vermutlich auch komplett ineffizient wäre, eignet sich die Schule als Treffpunktder Jugend. Sie ist der Ort, an dem gut eingesetzte Informationsverbreitung den meisten Erfolg, im Sinne von Aufmerksamkeit, erreichen würde. Wie man das umsetzt? Unseren Möglichkeiten sind nur durch versteifte Obrigkeiten Grenzen gesetzt, die nicht die Energie aufbringen, unerfahrenen Kindern das verkomplizierte Beamtendeutsch zu übersetzen und sich auf Umdenken einzulassen. Doch dabei ist es in der Gemeindeordnung verankert, Jugendliche auf kommunaler Ebene zu beteiligen. Und nicht nur das. Die Schule muss neben der Information uns auch mündig machen, eigene Urteile fällen zu können und darauf dann Taten folgen zu lassen. Durch die Schulpflicht hat der Staat das einzigartige Organ geschaffen, wirklich alle Leute eines bestimmten Jahrgangs zu erreichen. Dann nutzt das bitte auch!

„Politische Bildung und damit Politikbefähigung ist der Grundstein für unser demokratisches Zusammenleben“

Kommunale Politik als solches ist für die aktive Lebensgestaltung und –qualität einer Siedlung unumgänglich. Betrachtet man alles jedoch von einem größeren Blickwinkel aus, kristallisiert sich eines heraus: Politische Bildung und damit Politikbefähigung ist der Grundstein für unser demokratisches Zusammenleben auf allen Ebenen und damit in einer attraktiven Jugendbeteiligung auf Kommunalebene zu initiieren!

„Es bewirkt also tatsächlich etwas, wenn man sich politisch engagiert“

Alles in allem war es ein schöner Vor- und Nachmittag, an dem wir viel gelernt haben. Der Fokus lag aber nicht nur auf dem Lernen der Jugendlichen, sondern auch der Erwachsenen. In der Politik reden Jugend und Erwachsene oft aneinander vorbei, beim Think Tank war das anders, da haben die Jugendlichen den Erwachsenen und die Erwachsenen den Jugendlichen zugehört, und sich auf ihre Gedanken und Ideen eingelassen. Zudem wurden noch Konzepte für bessere Jugendbeteiligung entwickelt, die auch den entsprechenden Behörden vorgelegt werden. Es bewirkt also tatsächlich etwas, wenn man sich politisch engagiert.

Luca Berger (16), Tabea Kuhlmann (17) beide aktiv im Jugendparlament der Stadt Friedrichshafen, Bodenseekreis

Jugendfeuerwehr mal anders – Kreisjugendsprecher beschäftigen sich mit den Kommunalwahlen 2019

Bild in FW Uniform Quer

Mein Name ist Jonas Ebding, ich bin 16  Jahre alt und Schüler in der 11. Klasse des Clara-Schumann-Gymnasiums in Lahr. In der Jugendfeuerwehr trage ich in Lahr das Amt des Jugendgruppensprechers und vertrete meine Gruppe in Lahr. Zudem begleite ich das Amt als stellvertretender Kreisjugendsprecher der Jugendfeuerwehr im Ortenaukreis. Hierbei vertrete ich gemeinsam mit zwei anderen Kreisjugendsprechern die Jugendlichen im Ortenaukreis und schaffe Verbindungen zwischen einzelnen Jugendfeuerwehren im Landkreis.

Jedes Jahr treffen sich die Kreisjugendsprecher aller Landkreise in Baden- Württemberg zu einem gemeinsamen Treffen in der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal. Dieses Treffen hat den zeitlichen Rahmen von Freitagabend bis Samstagmittag. Ein großer Schwerpunkt des vergangenen Treffens am 26.- 27. Oktober war das Thema Kommunalwahl mit dem Workshop „Wahlen und Demokratie- wie bestimmen diese dein Leben?“

Der zweite Tag des Treffens wurde gefüllt mit dem Workshop „Wahlen und Demokratie – wie bestimmen diese dein Leben?“ welcher von Udo Wenzl geleitet wurde. Er ist freiberuflicher Kommunalberater und hatte heute die Aufgabe den Kreisjugendsprechern die Kommunalwahlen näher zu bringen. Als das Stichwort „Kommunalwahl 2019“ auf der Bildschirmpräsentation sichtbar wurde, waren erste Reaktionen wie „Politik- das ist ja langweilig“ zu vernehmen. Doch nach dem dreistündigen Workshop hat sich diese Meinung bei den Meisten geändert. Ein weiterer Grund für das Interesse an Kommunalpolitik wurde auch geweckt durch eigenen Denkanstöße und Übertragungen auf den Alltag jedes einzelnen Teilnehmers. Der Workshop war kein Frontalunterricht wie aus der Schule bekannt. Nach einer kurzen Begrüßung durch das Referententeam Udo Wenzl und Pavlos Wacker waren die Kreisjugendsprecher gefragt. Die erste Aufgabe trug den abstrakten Namen „Raumsoziometrie“. Hinter diesem Wort steckt aber eine ganz simple Aufgabe: Die Jugendlichen sollten einmal drüber nachdenken wie viel Kontakt sie zu Kommunalpolitik haben. Beispielsweise lautete eine Frage „Wie viel Kontakt habt ihr zu eurem Bürgermeister?“ und die Jugendvertreter mussten sich auf einer Skala von 1-10 im Raum verteilen. Das war schon die erste Gelegenheit einmal darüber nachzudenken, was Kommunalpolitik eigentlich bedeutet. Ziel des Workshops war es nämlich zu erkennen, dass Kommunalpolitik jeden Betrifft – auch die Jugendlichen. So kamen die Referenten gemeinsam mit den Kreisjugendsprechern zum zweiten Punkt des Workshops der sich darum dreht, was Kommunalpolitik eigentlich ist. Auf der Bildschirmpräsentation wurden Bilder gezeigt, beispielsweise ein Obdachloser auf einer Parkbank, eine Schule mit alter Ausstattung oder auch Kleinkinder im Kindergarten. Die Aufgabe bestand nun darin die Aufgaben der Gemeinde mit den Bildern zu verknüpfen. Die Jugendlichen assoziierten frei vor sich hin und erkannten auf einmal, was die Gemeinde alles für Aufgaben zu bewältigen hat und welche Entscheidungen getroffen werden müssen. Themen wie die Infrastruktur von Schulen war ein Schwerpunkt der Jugendlichen. Die meisten von ihnen gehen noch zur Schule, jedoch lässt dort die Ausstattung, gerade was Technik angeht, oft zu wünschen übrig. Die Workshop Teilnehmer wissen nun was Kommunalpolitik ist und wo sie im täglichen Leben zu sehen ist. Jetzt waren wieder die Kreisjugendsprecher gefragt. Gearbeitet wurde jetzt in einem sogenannten „World-Café“. Dabei trafen sich Kleingruppen von etwa sechs Leuten an einem Tisch und diskutierten mit dem bereits erworbenen Wissen über Problematiken in der eigenen Gemeinde. Aufgefallen ist zum Beispiel, dass viele Gemeinden einen Jugendgemeinderat haben – viele Gemeinden aber auch nicht. Das hat vielen Jugendlichen vor Augen geführt, dass Handlungsbedarf in der eigenen Gemeinde besteht. Diese Erkenntnis können die Kreisjugendsprecher nun in ihre Landkreise und schließlich auch in ihre Gemeinden und Kommunen vorbringen um gemeinsam solche Probleme zu lösen. Zudem ist kaum ein anderer Verein oder eine andere Organisation so flächendeckend aufgestellt wie die Jugendfeuerwehr. Von 1100 Kommunen in Baden- Württemberg haben 1010 eine Jugendfeuerwehr. Das heißt die Jugendfeuerwehr kann auf viele Problematiken „vor der eigenen Haustür“ aufmerksam machen. Abschließend gab es noch einen Transfer. Die Kreisjugendsprecher konnten die Problematiken auf ihren eigenen Alltag übertragen. Jetzt wissen sie, dass sie nicht nur einer von vielen sind, sondern eine Stimme haben die in der eigenen Gemeinde gehört wird. Zuletzt wurde das Wahlrecht ab 16 Jahren erklärt. Sinn dahinter ist es nicht einfach wählen zu gehen um wählen gegangen zu sein, sondern wählen zu gehen und zu wissen wen oder was man wählt. Zum Ende dieses Workshops können alle Teilnehmer nun sagen, dass sie etwas gelernt haben. Es ist wichtig sich auf kommunaler Ebene in die Entscheidungen mit einzubringen und Politik ist kein langweiliges Thema für alte Leute und findet auch nicht nur im weit entfernten Berlin statt sondern betrifft jeden!

 

Dabei sein, mitmachen, Ideen entwickeln! Erste Tagung des 8er-Rats im Schwetzinger Schloss

Passfoto Hanna

von Hanna Schwichtenberg, Lehrerin am Hebel-Gymnasium Schwetzingen für die Fächer Deutsch, Ethik und Gemeinschaftskunde begleitete ihre 8 Klasse zum 8er-Rat: „Mir ist es ein Anliegen, junge Menschen für Politik zu interessieren, für das, was uns alle betrifft, gegen Politikverdrossenheit und Zukunftsängste, für lebendige Demokratie und die Umsetzung der Menschenrechte. Angebote politischer Beteiligung für junge Menschen sind dabei sehr wichtig, das neue Format des 8er-Rats bietet hier viele Chancen, die genutzt werden sollten.“

Am schönsten Ort Schwetzingens, im südlichen Zirkelbau des Schlosses, treffen sich 160 Jugendliche aus den achten Klassen der weiterführenden Schulen der Kommune zum ersten Jugendforum des 8er-Rats.  „Wir wollen euch fragen, was eure Themen und Anliegen sind. Wir können nicht alles machen, aber Vieles ist möglich“, so begrüßt Oberbürgermeister René Pöltl die Schüler*innen. Er betont, dass der 8er-Rat als neues Beteiligungsformat für Jugendliche einer Gemeinde etwas völlig Neues sei, ein Wagnis. Er ist aber optimistisch, dass sich der Prozess lohnen kann. Auch die Jugendlichen sind gespannt, was auf sie zukommt.

Ingmar Neumann und Udo Wenzl, beide Kommunalberater, die das Konzept einer schulübergreifenden Jugendbeteiligung auf kommunaler Ebene entwickelt und schon mehrfach mit Erfolg umgesetzt haben, schaffen mit einem Warming-up durch Kennenlernspiele eine freundliche und offene Atmosphäre. Schnell kommen alle ins Gespräch miteinander.

Der 8er-Rat will zeigen, dass Demokratie offen ist für das Mitmachen und dass es sich lohnt, sich in das Gemeinwesen einzubringen. Die Schüler*innen machen die Erfahrung, dass die anwesenden Erwachsenen -neben dem Oberbürgermeister ist auch Kulturbürgermeister Roland Strieker da sowie die Jugendreferentin der Stadt Andrea Kroll, zudem Schulsozialarbeiter und Lehrkräfte – für sie da sind und ihnen ein offenes Ohr schenken.

Was finden die jungen Leute gut an Schwetzingen, was fehlt ihnen, welche Wünsche und Erwartungen haben sie an die Politik?

An 10 Thementischen ist ein World-Café eingerichtet. Die Schüler*innen dürfen auf den beschreibbaren Tischdecken ihre Gedanken kreuz und quer notieren. Es geht um Treffpunkte für junge Menschen in Schwetzingen und um Freizeitangebote, um Fragen der Sicherheit und Digitalisierung, aber auch um Politik und Beteiligung, um Stadtentwicklung und natürlich auch um Schule, um Bildungsbeteiligung und Verbesserung der Mobilität. An zwei Tischen werden neue Ideen für ein mögliches Engagement entwickelt. Ein Jugendbürgermeister, das ist zum Beispiel eine dieser Ideen.

Am Ende des Vormittags werden die auf Plakate geschriebenen Ergebnisse von den Jugendlichen in einem Schlussplenum präsentiert.

Die Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, kommunaler Jugendarbeit und Schulen erweist sich als sehr inspirierend. Die Jugendlichen waren intensiv bei der Gruppenarbeit dabei und brachten viele Ideen ein. Alle sind nun gespannt, wie es weitergeht. Im Dezember soll der Beteiligungsprozess der Jugendlichen im 8er-Rat eine Fortsetzung finden mit einem zweiten Jugendforum im Schloss, bei dem dann auch Experten für die einzelnen Themen hinzukommen.

Gefragt, wie die Schüler das erste Treffen des 8er-Rats empfunden haben, antworten viele mit „gut“, „interessant“, eine „coole Sache“, „besser als Schule“. Sie sind motiviert, weiterzumachen, sehen die Chance, dass Ideen konkret umgesetzt werden könnten, wenn es gelingt, machbare Konzepte zu entwickeln und dann den Gemeinderat von der Umsetzung zu überzeugen.

 

Jugendliche brauchen Raum für Politik

Luis Menéndez Kury, 16 Jahre, Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Gundelfingen begleitete mich im Rahmen seines Bogy-Praktikums für eine Woche. Es war nicht nur eine Begleitung, sondern Luis referierte in zwei Gemeinden über das Jugendbeteiligungsverfahren von Gundelfingen. Seine Erkenntnisse, Erfahrungen und Einschätzungen hat er in folgenden Text zusammengefasst:

Von Luis Menéndez Kury

Politik. Das ist so ein großes Wort.

Der Teil in einer Zeitung, den man beim Durchstöbern nach Autobildern als Kleiner irritiert weggelegt hat. Ein Thema für „Große“. Ein kompliziertes Thema.

Aber ist das wirklich so?

Ich kam bisher nie wirklich mit Politik und auch nicht mit Kommunalpolitik in Berührung, vielleicht auch weil ich mich nie durch dieses Thema irgendwie direkt berührt gefühlt habe. In meinem Alter gibt’s wohl gänzlich interessantere Themen als Politik. Vor allem, wenn man da eh nichts zu suchen hat, oder nicht?

Falsch!

Das erste Mal, dass ich mich tatsächlich mit Jugendlichen zum Thema Politik auseinandergesetzt habe, war Anfang der 9. Klasse, als ich pflichtbewusst als Klassensprecher zu einer Art Vortrag, oder wohl eher Workshop, eingeladen wurde, in dem ich das allererste Mal gehört habe, und mir dadurch überhaupt einmal Gedanken gemacht habe, dass ich als Jugendlicher und meine Interessen als Jugendlicher einen gewissen Wert in der Politik haben und eigentlich meine Interessen irgendwie in die sogenannte Kommunalpolitik einfließen sollten. Soweit schön und gut, aber wenn das so ist, wieso weiß ich davon nichts? Wieso wusste niemand von uns, deren Interessen doch irgendwie unterstützt werden sollten, davon? Obwohl es sogar einen Paragraphen dafür gibt?

Ich glaube, da kommt der Knackpunkt, und zwar fehlte irgendwie auch der Raum für Politik Jugendlicher und dadurch auch das Interesse. Wenn man Interessen hat, aber keinen Raum diese auszuleben, wohin damit?

Kurz darauf gab es bei mir an der Schule einen Kooperationsworkshop aller Achtklässler, in dem diese das erste Mal gefragt wurden, was sie denn interessiere und was in der Gemeinde ihnen noch fehle und in der anschießenden Vorstellung dieser Ideen bebte auf einmal der Gemeinderatssaal. Diesen Wünschen und diesen jungen Stimmen wurde auf einmal nicht nur Raum geschaffen, sondern auch Gehör und dadurch eine direkte Anbindung nach oben. Auf einmal bekam jeder das Gefühl, etwas voranzubringen und auch voranbringen zu können, und auf einmal war Politik ein viel kleineres und viel interessanteres Thema, als es zuvor schien.

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In Folge dessen begann sich bei mir in der Gemeinde mit allen drei ansässigen Schulen ein Jugendbeteiligungsformat zu entwickeln, welches jedem Jugendlichen Gehör verschaffen kann, und das erste Mal in Gundelfingen Jugendliche in einer wichtigen, nicht zu vernachlässigenden, direkten Rolle in den Gemeinderat bringt.

Ich war an der Entwicklung dieses Formats auch beteiligt in Form von Leiten bzw. Moderieren eines  Kick-Off- Tags zur gemeinsamen Entwicklung einer Verfassungsstruktur in Gundelfingen und ich fühlte auf einmal so eine Energie im Arbeiten und so einen Ideenreichtum in allen anwesenden Köpfen, dass ich mich schon gefragt habe, was passiert wäre, wenn man weiter die „Großen“ hätte Politik machen lassen und man nicht nun aktiv am Politik bilden, aufbauen und erleben wäre.

Ich glaube, dass die Einbindung Jugendlicher in kommunalpolitische Fragen eine sehr wichtige Sache ist, denn  jeder lebt in seinen Lebensraum, in seiner Gemeinde/Kommune, wieso sollte man diesen nicht auch von denen formen lassen können, die ihn nutzen und die eine direkte Verbindung zu dieser haben und sie daher Zuhause nennen.

Auch kann ich sagen, froh zu sein, diese Entwicklung mitsamt Leuten kennengelernt bzw. miterlebt zu haben, da diese mir auch etwas sehr Wichtiges mit auf meinen Weg gegeben hat. Groß zu denken, denn wo ein Wille ist, ist immer auch irgendwie ein Weg.

 

 

Was hat Schulwegeplanung mit Kinder- und Jugendbeteiligung zu tun?

von Udo Wenzl

Die Wege zwischen Wohnort und Schule sind wichtige Wege für Kinder und Jugendliche. Rund 200 Tage im Jahr sind sie, je nach Alter und Entfernung, mit unterschiedlichen Verkehrsmittel unterwegs. Die meisten von ihnen gehen zu Fuß oder fahren mit dem Fahrrad. Jugendliche, die in ländlichen Regionen wohnen, sind auf Busse und Bahnen angewiesen. Somit geht es bei der Bewältigung von Schulwegen auch um den Umgang mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln. Auf das „Mama – Papa Taxi“ werden wir hier nicht eingehen, da es in diesem Beitrag um die Verbindung von Schulwegeplanung und kommunaler Jugendbeteiligung geht.

Der landesweite Aktionserlass „Sicherer Schulweg“ sieht eine gemeinsame Erstellung der Radschulwegpläne durch Schulen und Kommunen vor. In der RadSTRATEGIE Baden-Württemberg ist das Ziel verankert, bis zum Jahr 2020 für alle Schulen im Land Radschulwege zu schaffen. Das ist sicher ein gutes Ziel, zumindest für die Regionen, in denen das Fahrradfahren ein geeignetes Fortbewegungsmittel ist. Um dieses Ziel gut erreichen zu können, gibt es für alle weiterführenden Schulen und Schulträger in Baden-Württemberg ein bundesweit einmaliges webfähiges Geoinformationssystem (WebGIS). Wie hiermit konkret gearbeitet werden kann, ist unter https://radschulwegeplan.lgl-bw.de/lgl-internet/opencms/de/Radschulwegeplan/Planungsablauf/ nachlesbar.

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Zum Bild: Raphael Walz, Bürgermeister der Gemeinde Gundelfingen mit Jugendlichen und dem Geoinformationssystem bei einem Politikworkshop mit den drei weiterführenden Schulen am Ort.

Als Vorstufe kann ganz real mit einem Beobachtungsbogen der Schulweg durch die Jugendlichen selbst dokumentiert werden. Eine Auswertung findet dann in der Klasse statt und die Ergebnisse werden in das WebGIS-Tool eingegeben. Im Vorfeld wurde mit der Gemeinde- bzw. Stadtverwaltung ein Termin vereinbart, an dem die Jugendlichen Ihre Erkenntnisse dem*r Bürgermeister*in bzw. den Planern vorstellen und mit diesen diskutieren. Ein gutes Beispiel dafür, wie Schule ein jugendrelevantes Thema auch in Verbindung mit dem Gemeinschaftskundeunterricht (Thema Kommunalpolitik, Klasse 8) aufgreifen und konkret mit der kommunalen Ebene verhandeln kann.

Die Ellental-Gymnasien in Bietigheim-Bissingen waren in einer Pilotphase zur Erprobung des WebGIS-Tools aktiv. Ihre Erfahrungen sind unter: https://radschulwegeplan.lgl-bw.de/lgl-internet/opencms/de/Radschulwegeplan/Hilfe_Informationen/Pilotprojekt.html zu finden und es wird deutlich, dass es sich lohnt „handlungsorientierten Unterricht“ zu praktizieren.

Eine aktuelle Anfrage (07.11.2017) im Landtag von Baden-Württemberg „Mit dem Fahrrad klimafreundlich, gesund und sicher zur Schule – Radschulwegpläne in Baden-Württemberg“ geht auf viele inhaltliche Aspekte ein. Ernüchternd in der Antwort des Kultusministeriums ist dabei aber der Hinweis, dass nur rund 30% der weiterführenden Schulen einen solchen Schulwegeplan erstellt haben. Da ist also noch Luft nach oben! Wer sich mit der Antwort des Landtages intensiv beschäftigen möchte, findet sie unter: https://www.landtag-bw.de/files/live/sites/LTBW/files/dokumente/WP16/Drucksachen/2000/16_2952_D.pdf

Mit dem Jugendbeteiligungsparagraphen der baden-württembergischen Gemeindeordnung (“Die Gemeinde soll Kinder und muss Jugendliche bei Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, in angemessener Weise beteiligen“) wurde eine verbindliche Beteiligung der jungen Generation gesetzlich verankert. Schulwege sind ein absolut jugendrelevantes Thema. Durch ganz konkrete Maßnahmen und Aktivitäten innerhalb der Schule kann die Schulwegeplanung als ein zentrales Thema aufgegriffen und auf den Weg gebracht werden. Dort, wo es Schulwegepläne gibt, können diese immer wieder durch die Nutzer*innen überprüft und kommentiert werden. Durch solche Vorgehensweisen erkennen und erfahren Jugendliche sehr schnell, was Kommunalpolitik mit ihrem eigenen Leben zu tun haben kann, politische Bildung kann dabei alltagsnah von ihnen gelernt und praktisch umgesetzt werden. Und hier sind noch ein paar Beispiele für Schulwegepläne zu finden:

http://www.waldshut-tiengen.de/fileadmin/Dateien/Dateien/Buerger/KIJURE/Schulweg/Schule_am_Hochrhein_2016.pdf

http://www.waldshut-tiengen.de/fileadmin/Dateien/Dateien/Buerger/KIJURE/Schulweg/Theodor-Heuss-Schule_2016.pdf

https://www.gym-karlsbad.de/index.php/unsere-schule/wie-sie-uns-finden/schulwegeplan

https://www.amgrw.de/images/Download/AMG-Schulwegplan.pdf

https://www.gelberg-grundschule.de/schulwegeplan

Der Schramberger Weg der Jugendbeteiligung

von Udo Wenzl

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Jugend – Neujahrsempfang Schramberg: Es ist Freitag, 26. Januar 2018, 16.00 Uhr, der Oberbürgermeister und der Gemeinderat laden alle Jungbürger*innen zwischen 12 und 21 Jahren ein – ein Fixpunkt im Rahmen des jährlichen Jugendbeteiligungsverfahrens und ein Ort der Anerkennung und Wertschätzung. Das ‚JUKS³‘ – Team, der zentrale Netzknotenpunkt von Generationen, unterschiedlichen Zielgruppen und Verwaltung, Netzknoten zwischen außerschulsicher Jugendbildung und Schulen, zwischen Stadt und Landkreis, hat die Veranstaltung organisiert. Und so ist auch das Konzept der Jugendbeteiligung ein Beispiel gelungener Vernetzung zwischen Schule (z.B. durch Tandems von Lehrer*innen und den städtischen Schulsozialarbeiterinnen) und der kommunalen Jugendarbeit ‚JUKS³‘.

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Und so sieht das Umsetzungskonzept aus: ALLE weiterführenden Schulen arbeiten mit einem Politikworkshop an den Themen Kommunalpolitik und dem Lebensgefühl der jungen Generation, insbesondere an den für sie relevanten Themen. Hier gibt es kein einheitliches Beteiligungskonzept, sondern die Tandems setzen, mit Unterstützung des JUKS – Teams, die methodischen Schritte je nach Zielgruppe, nach Gruppen- und Schulgröße um. Die Zielsetzung hierbei ist jedoch mit allen abgestimmt: Themen, Anliegen und Stimmungsbilder zu erarbeiten, die dann bei einer gemeinsamen und somit schulübergreifenden Beteiligungswerkstatt zusammengeführt werden und mit einer Präsentation beim Jugend-Neujahrsempfang den politischen Vertreter*innen vorgestellt werden. Aus dieser Beteiligungswerkstatt bilden sich dann Arbeitsgruppen, die gemeinsam mit dem Oberbürgermeister, den Fachbereichsleitungen und dem JUKS-Team weiter arbeiten.

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Ich durfte den Prozess in Schramberg nicht zum ersten Mal mit begleiten und erfahre durch diese praktische Entwicklung eines geeigneten Verfahrens immer wieder neu, was in einem solchen Prozess zu beachten ist. In Schramberg war es diesmal die besondere Kooperation mit den weiterführenden Schulen: Die Tandems aus Schulsozialarbeit und Lehrer*innen schaffen eine weitere, gewinnbringende Ebene der Jugendbeteiligungsarbeit und befördern die Kooperationsbereitschaft der Schulen. Die unterrichtliche Einbindung in den Gemeinschaftskundeunterricht und die Jugendlichen, die sich in ihrer Schule mit der Jugendbeteiligung intensiv beschäftigen, erhalten durch die Vernetzung mit der politischen Gemeinde gleichzeitig einen realen Bezug zum kommunalen öffentlichen Leben.

Ausgangsituationen ändern sich immer wieder und entwickeln sich weiter

Zurück zum Jugend-Neujahrsempfang: Oberbürgermeister Thomas Herzog erzählte in seiner Begrüßung von den Etappen der Jugendbeteiligung der Stadt: Er erinnerte sich noch an den Jugendgemeinderat, den er als Schüler erlebte. Als er 2011 Oberbürgermeister wurde, war mit SIJU („Schramberger Initiative der Jugendlichen“) ein sehr offenes Format der Jugendbeteiligung entstanden. Hier fand u.a. ein verstärkter Dialog mit Senioren statt (https://www.partizipations-blog.de/2014/05/buergerbeteiligung-als-generationendialog/) und die Beteiligungswerkstatt zum ‚Berneckstrand‘. 2012 lud der Oberbürgermeister zum ersten Jugend-Neubürgerempfang ein. 2016 wurde, angeregt durch das JUKS-Team, mit Lehrer*innen und dem Team der Schulsozialarbeit ein weitergehendes Format der Jugendbeteiligung entwickelt, wie oben in Kürze beschrieben. Ein gutes Beispiel dafür, wie unterschiedliche Formate der Jugendbeteiligung in Kommunen sich nach Bedarf immer wieder neu erfinden können.

Interessant war, dass bei der Ergebnisvorstellung ‚Mini-Schramberg‘ (http://www.mini-schramberg.de/willkommen) von zwei Gruppen als tolles Angebot für Kinder erwähnt wurde. Ich vermute, die Jugendlichen, die da gesprochen haben, waren selbst schon Teilnehmende bei diesem Angebot. Wenn Kinderbeteiligungsformate wie ‘Mini-Schramberg‘ dazu führen, dass die Kinder positive Erfahrungen mit ihrer Kommune machen, dann ist dies die beste Voraussetzung für eine gelingende Jugendbeteiligung.

Bildungspläne greifen die Jugendbeteiligung auf

Die kommunale Jugendbeteiligung ist als fester Bestandteil im Bildungsplan Gemeinschaftskunde verankert. Dort heißt es u.a.: Die Schülerinnen und Schüler können „Partizipationsmöglichkeiten Jugendlicher beschreiben (Beteiligungsverfahren nach der GemO, Einflussnahme auf die öffentliche Meinung) und die Akzeptanz dieser Möglichkeiten unter Jugendlichen mithilfe von Material überprüfen.“ (Quelle:  http://bildungsplaene-bw.de/site/bildungsplan/get/documents/lsbw/export-pdf/depot-pdf/ALLG/BP2016BW_ALLG_SEK1_GK.pdf). Dies sollten wir jetzt nutzen, um mit Schule und Jugendarbeit ein gemeinsames Konzept der Jugendbeteiligung zu entwickeln. Konkrete Gedanken hierzu habe ich unter: https://www.politaktiv.org/blog/-/blogs/udo-wenzl-meine-wunsche-fur-die-nachsten-jah-1 veröffentlicht.

Das Land unterstützt Entwicklungsprozesse

Wer sich in der Förderlandschaft unseres Bundeslandes umschaut, entdeckt immer wieder Programme, die Kinder- und Jugendbeteiligungsprozesse mit fachlicher Expertise und auch finanziell mit unterstützen. Ein solches Programm ist „Jugend BeWegt – Politik konkret: lokal. wirksam. vernetzt.“ (http://jugendbeteiligung-bw.de/index.php?id=11) von der Jugendstiftung Baden-Württemberg. Rund 40 Kommunen wurden seit 2012 gefördert und Schramberg ist mit dabei.

Jugendbeteiligung macht Spaß

Jugendbeteiligung macht den Menschen in Schramberg Spaß. Und das nicht nur in Schramberg. Der Dialog der Generationen zwischen jungen Bürgerinnen und Bürgern und den politisch Verantwortlichen macht allen Beteiligten Spaß und bringt neue Impulse. Und da geht es nicht nur um die Zukunftsperspektive der Kommune, sondern um die Inspiration, die sich in den gemeinsamen Gesprächen ergeben.