Jugendbeteiligung vor Ort: Selbstwirksamkeit und Empowerment junger Menschen

„Man müsste die in eine Kommune hineinwachsenden Kinder und Jugendlichen nur endlich einladen, sie ermutigen und kompetent begleiten, um herauszufinden, wozu sie wirklich in der Lage sind, wenn ihnen Gelegenheit geboten wird, Verantwortung zu übernehmen und zu zeigen, was sie können.“ (Gerald Hüther, Kommunale Intelligenz, Seite 68, 2013)

Viele junge Menschen möchten mitreden, wenn es vor Ort um ihre Belange geht. Gelegenheiten dafür zu schaffen, ist deshalb eine wichtige Gestaltungsaufgabe für Kommunen. Doch wie lassen sich politische Bildung, Beteiligung und Dialog lebensweltnah miteinander verknüpfen? Wie gelingt das Empowerment junger Menschen, wo können sie Selbstwirksamkeit erfahren – und wie lassen sich diese Prozesse gemeinwohlorientiert nutzen? Eine neue Publikation der Stiftung Mitarbeit zeigt, wie kommunale Handlungsansätze in der Jugendbeteiligung praktisch umgesetzt werden können:

Wie können politische Bildung, Beteiligung und Dialog mit unterschiedlichen Methoden aus dem systemischen Arbeiten u.a. auch mit Großgruppenmethoden, Art of Hosting und Lösungsorientierung gewinnbringend miteinander verknüpft werden? Wie kann politische Bildung mit der systemischen Brille Zugänge gestalten, bei der ein junger Mensch die Komplexität der Zusammenhänge nicht nur kognitiv erfasst, sondern lebensnah und unmittelbar (ihn/sie selbst betreffend) erfährt?

Diese Handreichung hat die konkreten Handlungsfelder der kommunalen Ebene im Blick, die Kommunalpolitik. Sie fokussiert sich auf Ansätze aus der „Community Education’” und beschreibt praktische Ansätze, wie diese in der Jugendbeteiligung konkret umgesetzt werden können. Zugänge und Methoden u.a. der politischen Bildung aber auch in der Arbeit mit kleinen und großen Gruppen wird aufgezeigt, wie systemisches Arbeiten mit politischer Bildung und Beteiligung zusammengeführt werden kann. Auch nehmen wir die Großgruppe als eine Form der politischen Bildung besonders in den Blick, denn wenn viele Menschen im Raum sind und sich gemeinsame erleben und wahrnehmen, lässt es sich oft „leichter lernen.“

Diese Handreichung wurde von Udo Wenzl konzipiert und gemeinsam mit engen Weggefährt*innen der Jugendbeteiligung geschrieben. Über 20 junge Menschen haben über ihre Erfahrungen und Lernerfolge durch die kommunale Jugendbeteiligung geschrieben. „Die zahlreichen Autorinnen und Autoren – darunter neben Wissenschaftler/innen und kommunalen Praktiker/innen auch viele Jugendliche – beschreiben aus unterschiedlichsten Perspektiven die Zugänge und Methoden der politischen Bildung und der Arbeit mit kleinen und großen Gruppen (…) Eine wichtige Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren des Buchs lautet daher: Der Erwerb demokratischer Kompetenzen gelingt immer dann, wenn junge Menschen in entsprechenden Lern- und Lebenssituationen Erfahrungen sammeln können. In Verbindung mit der praktischen Kommunalpolitik kann Jugendbeteiligung dazu beitragen, ein lebensweltbezogenes politisches Interesse für das Gemeinwohl zu wecken. Und sie kann ein Umfeld bieten, in dem sich kompetentes demokratisches Verhalten entwickeln kann.“ (mitarbeiten 01/2021)

Stiftung Mitarbeit (Hrsg.): Jugendbeteiligung vor Ort. Selbstwirksamkeit und Empowerment junger Menschen. Beiträge zur Demokratieentwicklung von unten Nr. 31, Verlag Stiftung Mitarbeit, Bonn 2021, 180 S., ISBN 978-3-941143-44-9, zu beziehen über den Buchhandel oder www.mitarbeit.de

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